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Hintergrund
Bewegungsförderung für Hochaltrige in der Häuslichkeit – noch kein Thema

Es liegen vielfältige Erkenntnisse vor, dass regelmäßige Bewegung und geistige Aktivität auch im hohen Alter zur Verbesserung von Lebensqualität und Selbstbestimmung führen. Dazu gehört der enge Zusammenhang zwischen körperlicher und psychischer Gesundheit. Da in Brandenburg die Zahl der Hochaltrigen in den nächsten Jahren stark anwachsen wird, ist die verstärkte Förderung der körperlichen und psychischen Gesundheit durch Aktivität im hohen Alter eine wichtige politische Forderung („Seniorenpolitische Leitlinien“).
In einer Bestandsaufnahme vorhandener praktischer Ansätze, Methoden und Strukturen der Aktivierung körperlicher und geistiger Fähigkeiten im hohen Alter hat die Akademie 2. Lebenshälfte 2012 ermittelt, welchen Stellenwert das Thema zurzeit in der Praxis hat. Es hat sich gezeigt, dass in den letzten Jahren eine Vielzahl von bewegungsfördernder Aktivitäten für Ältere entstanden ist, in Vereinen, in Stadtteilangeboten und auch im selbstorganisierten Bereich. Die Bürgerausstellung „Bewegt und mobil älter werden!“ vom Bündnis Gesund älter werden im Land Brandenburg zeigt das sehr überzeugend. Das betrifft aber alles die Menschen, die sich aktiv zu den Angeboten hin bewegen.
FĂĽr das hohe Alter, vor allem fĂĽr Menschen, die ihr Haus kaum noch verlassen, gibt es jedoch kaum Möglichkeiten der Bewegungsförderung. FĂĽr die Fachtagung  â€žBewegung stärkt und macht Freude' am 26.09.2013 hatten wir Beispiele recherchiert, die das hohe Alte bereits verstärkt im Blick haben, wie z.B. „Fit fĂĽr 100“, die „Ambulante Sturzprävention der AOK Nordost“  und andere. FĂĽr die Häuslichkeit war es bisher nur der Ansatz des „Aktivierenden Hausbesuches“ aus Baden WĂĽrttemberg, der hier Vorreiter ist.

Engagement der Generation 60plus für die Generation 80plus

Wie kann es möglich sein, hochaltrige Menschen zu mehr Bewegung und Aktivität zu motivieren, sie zu unterstützen und zu begleiten? Oft sind es Ängste, Unsicherheiten, Isolation und fehlende Anregungen, die dazu führen, dass sich die Menschen in der Häuslichkeit immer weniger bewegen und damit auch unselbständiger werden.
Unser Ansatz ist es, hier das Engagement der Menschen 60+ vor Ort zu nutzen und damit fĂĽr Gesundheitsförderung im besten Sinne fĂĽr beide Gruppen zu stärken!Seit vielen Jahren entwickeln sich im Land vielfältige Formen ehrenamtlichen Engagements fĂĽr die UnterstĂĽtzung und Begleitung von hilfebedĂĽrftigen alten Menschen in der Kommune und Nachbarschaft - Aktivitäten und Initiativen der  gegenseitigen Hilfe, Niedrigschwellige Betreuungsdienste, ehrenamtliche Pflegebegleiter/Innen und Besuchsdienste. Hierbei spielen Bewegung und Gesundheitsförderung nach unserem Erkenntnisstand bisher  kaum eine Rolle. An dieser Stelle setzt das Projekt an.

Erste Erprobung erfolgreich – Partnerschaften entwickelt
Bild Bewegung selbst erproben mit Frau Marktscheffel
Bild Bewegung und Geist aktivieren mit Frau Dr. Krause
Bild Bewegung macht Freude
Bild Sturzprävention in Aktion mit Frau Schubert

Von 2013 bis 2015 haben wir gemeinsam mit der AOK Nordost, der Europäischen Sportakademie und drei Praxispartnern ein Curriculum fĂĽr die Fortbildung ehrenamtlicher Begleiter in der Häuslichkeit erarbeitet.  Ziel war es, sie fĂĽr das Thema Bewegungsförderung bei den Besuchen alter Menschen zu sensibilisieren und zu befähigen, kleine Ăśbungen entsprechend der Situation, der Interessen und Fähigkeiten der Besuchten durchzufĂĽhren. Gemeinsam mit der Agentur fĂĽr bĂĽrgerschaftliches Engagement  - Kompetenzzentrum Havelland,  der Volkssolidarität Uckermark sowie dem Besuchsdienst der Freiwilligenagentur der Caritas in Brandenburg an der Havel wurden die Konzepte praxisnah gestaltet und 2014/15 mit ca. 40 ehrenamtlichen Akteuren erprobt. Es hat nicht nur allen viel Freude gemacht und bei manchem das eigene Verhältnis zum Thema Bewegung verändert, es hat auch dazu gefĂĽhrt, dass in vielen Fällen die Besuche in der Häuslichkeit heute anders aussehen. Und zwar oft bei jedem ganz verschieden:  Bewegung bei Musik bis hin zu Tanz, Anregung mit vielen Materialien, kontinuierliche kleine Ăśbungen, Bewegungsspiele aller Art, die auch den Kopf trainieren, gezielte Sturzprävention, gut vorbereite Spaziergänge – alles so, wie es fĂĽr den einzelnen gut und angemessen ist.  FĂĽr die Besucher selber – das haben die Teilnehmer/innen deutlich gesagt, ist es immer wieder eine Herausforderung, die auch sie gesund hält!

Gefördert durch das Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Familie aus Mitteln des Landes Brandenburg und durch die AOK Nordost.